TenneT plant erneut Baugrunduntersuchungen | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Für den geplanten Ersatzneubau der Stromleitung zwischen Conneforde und Sottrum führt TenneT Baugrunduntersuchungen durch. Dabei können auch private und landwirtschaftliche Grundstücke betroffen sein.

TenneT plant erneut Baugrunduntersuchungen

Ankündigung von Baugrunduntersuchungen in Bötersen, Grasberg, Ottersberg, Reeßum, Vorwerk


vom 23.11. bis zum 18.12.2026,
sowie vom 11.01. bis zum 22.01.2027

Als zuständiger Übertragungsnetzbetreiber in der Region plant die TenneT TSO GmbH den Ersatzneubau der 220-kV-Leitung von Conneforde bis Sottrum auf 380-kV-Ebene.

Der geplante Ersatzneubau umfasst verschiedene Freileitungsabschnitte sowie Umspannwerkstandorte. Als Grundlage und Gewährleistung für einen späteren zügigen Bauverlauf werden notwendige Vorarbeiten durchgeführt. Hierzu gehören Baugrunduntersuchungen.

Baugrunduntersuchungen

Bei Baugrunduntersuchungen sind folgende Maßnahmen vorgesehen: Drucksondierung, Kernbohrungen, Lastplattendruckversuche und Kampfmittelsondierungen. Bevor wir die Arbeiten durchführen, wird der Zustand der Grundstücke fotodokumentarisch festgehalten, indem eine Drohnenbefliegung über den Flächen durchgeführt wird. Diese Dokumentation dient der Regulierung etwaiger entstandener Flurschäden durch die Baugrunduntersuchungen. Bodenrelevante Aspekte, zum Beispiel die natürlichen Bodenfunktionen oder lokale Ökosysteme auf den Flächen, erfassen wir durch eine Begehung der bodenkundlichen und ökologischen Baubegleitung im Vorfeld der Baugrunduntersuchungen. Damit die Arbeiten ohne Beein- trächtigung der heimischen Wildtiere stattfinden können, werden im Vorfeld gezielte Vergrämungsmaßnahmen vorgenommen.

Entlang des Trassenverlaufs werden Drucksondierungen durchgeführt. Dafür wird ein mit elektronischer Messtechnik ausgestattetes Bohrgestänge mit einer definierten Kraft in den Boden gedrückt. Die Ergebnisse der Drucksondierungen geben u.a. Hinweise auf die Lagerungsdichte des Bodens in bis zu 30 Metern Tiefe. Für die Drucksondierung wird eine Sonde über ein Gestänge (Durchmesser ca. 40 mm) mit einer konstanten Geschwindigkeit von 2 cm / Sekunde in den Boden gedrückt. Dabei werden kontinuierlich der Spitzendruck sowie die Mantelreibung gemessen. An den geplanten Maststandorten selbst finden ebenfalls Drucksondierungen statt, pro Standort sind vier Sondierungen jeweils an den Eckstielen des geplanten Mastes vorgesehen.

Um Bodenproben zu entnehmen, werden zusätzlich Kernbohrungen bis zu einer Tiefe von 30 Metern durchgeführt. Der Durchmesser der Löcher beträgt ca. 20 Zentimeter. Die Lastplattendruckversuche werden mithilfe eines Plattendruckgeräts durchgeführt. Dabei wird eine kreisförmige Lastplatte wiederholt von einer Druckvorrichtung auf dem Untergrund mit einembestimmten Druck und in einem bestimmten Intervall belastet. Die Versuche geben Auskunft darüber, ob der Untergrund für die Baumaschinen tragfähig ist.

Zusätzlich führen wir Kampfmittelsondierungen bei Verdachtsflächen von Kampfmittelrückständen durch. Hierzu werden an den Bohrpunkten Oberflächensondierungen durchgeührt. Bei verdächtigen Sondierungsergebnissen müssen kleinere Bohrungen zu Kampfmitteluntersuchungen durchgeführt werden. Bei Kampfmittelsondierungen werden schrittweise Bohrungen angesetzt, die nacheinander auf das Vorhandensein von Fremdkörpern geprüft werden. Die Bohrungen haben in der Regel einen Durchmesser von ca. 12 Zentimetern.

Nutzung von Zuwegungen/Beschreibung eingesetzter Maschinen

Um die für die Arbeiten notwendigen Maschinen an ihren Einsatzort bringen zu können, ist es erforderlich, private, land- und forstwirtschaftliche Wege sowie Grundstücke zu betreten oder zu befahren. Vorübergehend müssen auch Arbeits- und Abstellflächen eingerichtet werden. Auf Vegetationsflächen wie landwirtschaftlichen Feldern erfolgt die Zuwegung grundsätzlich über die kürzestmögliche Distanz.

Die Drucksondierungen werden mithilfe eines Kombi-Lkw durchgeführt, der mit Allrad und Raupenfahrgestell ausgestattet ist (Gewicht ca. 20 Tonnen). Für die Kernbohrungen kommen Bohrgeräte mit Allrad oder Raupenfahrwerk zum Einsatz. Die verwendeten Fahrzeuge/Maschinen sind so ausgestattet, dass die Auswirkungen der Maßnahmen so gering wie möglich gehalten werden. Es besteht die Möglichkeit, die Zuwegungen auf den betroffenen Grundstücken individuell mit TenneT abzustimmen. Hierzu wird der von TenneT beauftragte Kommunikationsdienstleister – T3 Deutscher Bauservice – zur Abstimmung auf die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie sonstige Nutzungsberechtigte zukommen. Durch die Änderungen und individuellen Anpassungen an den Zuwegungen kann sich der Bauablauf verändern.

Bodenschonung

Die ausführende Fachfirma arbeitet möglichst schonend für den Boden. Durch das Raupenfahrgestell der Fahrzeuge wird das Gewicht der Maschinen gleichmäßig auf den Boden verteilt. In schwer zugänglichen Bereichen mit widrigen Bodenverhältnissen werden der Untergrund und die Fahrzeuge zusätzlich mit Bodenplatten abgesichert.

Nach Abschluss der Arbeiten werden alle betretenen Flächen in ihren Ausgangszustand zurückversetzt. Die Bohrlöcher werden mit überschüssigem Bohrgut, Sand oder Quellton schichtgetreu wieder verfüllt. Die exakten Bohransatzpunkte werden entsprechend den Bedingungen vor Ort (Bewuchs, Bodenverhältnisse, unterirdische Leitungen, etc.) festgelegt.

Rechtliche Grundlage

Die Berechtigung zur Durchführung der Vorarbeiten ergibt sich aus §44 Absatz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Nach § 44 Abs. 1 EnWG sind Eigentümer oder Nutzungsberechtigte der betroffenen Grundstücke verpflichtet, die zur Vorbereitung der Planung des Vorhabens notwendigen Vermessungen, Boden- und Grundwasseruntersuchungen sowie sonstige Vorarbeiten durch den Träger des Vorhabens oder von ihm Beauftragten zu dulden. Mit einer ortsüblichen Bekanntmachung werden den Eigentümern und sonstigen Nutzungsberechtigten die Vorarbeiten als Maßnahme gemäß § 44 Absatz 2 EnWG mitgeteilt.

Beauftragte Unternehmen

Die Arbeiten finden im Auftrag der Firma TenneT TSO GmbH statt.
Zuständige Fachfirma ist Wilhelm Soltau Brunnenbau GmbH, im Alten Moor 8a, 21220 Seevetal.

Ansprechpartner

Für Fragen zum Projekt, den geplanten Maßnahmen sowie sonstige Anliegen steht Ihnen unser Bürgerreferent zur Verfügung:

Maximilian Rühl: maximilian.ruehl@tennet.eu, +49 (0)173 4782092

Weitere Informationen

Die Flurstücksliste sowie weitere Informationen zum Projekt finden Sie auch unter:

www.tennet.eu/conneforde-sottrum